Kapitel 1

(Der nachstehende Text wurde mit einem Sprachassistenten geschrieben und eventuelle Fehler bitte ich zu entschuldigen)

Jede Geschichte hat seinen Anfang und dies ist meine Geschichte. Ich kam in den sechziger Jahren in einer kleinen Großstadt in Nordrhein-Westfalen zu Welt. Weil ich alle äußeren Merkmale als Junge hatte wurde ich den männlichen Geschlecht zugeordnet. Mein Vater war selbstständig und hatte einen Brennstoffhandel. Meine Mutter war gelernte Verkäuferin. Aber zu dieser Zeit war sie Hausfrau. Ich hatte einen Bruder der drei Jahre älter war als ich. Das war ein sogenanntes behütetes Elternhaus indem ich aufwuchs. Vom Wesen war ich ein sehr überdachtes Kind und war fantasievoll. Als Kind konnte ich fantasievoll spielen. Ja, ich konnte mich sehr gut selbst beschäftigen und hatte eine rege Fantasie. Ganz im Gegensatz zu meinem Bruder, zu dem ich in meiner Kindheit ein sehr gutes und enges brüderliches Verhältnis hatte. Er war mein großer Bruder und mein Vorbild. Aber alleine spielen war nichts für ihn. Er konnte sich nicht so fantasievoll, spielerisch entfalten. Warum das so war wusste ich natürlich nicht. Ich war zu klein um es überhaupt zu bemerken oder gar einen Grund dafür zu erkennen. So gut wir uns auch verstanden haben, umso unterschiedlicher waren wir aber auch. Wie es sich unter Brüdern gehörte, haben wir natürlich auch gestritten und und oft uns untereinander geprügelt. Aber wenn es drauf ankam standen wir immer beisammen. In der Kindheit war er eher der Draufgänger und ich der vorsichtige, ängstliche Typ. Trotz dass ich wie mein Bruder als Junge erzogen wurde war ich ganz anders als er. Das ist natürlich nichts Ungewöhnliches dass Geschwister unterschiedlich sind. Aber ich habe schon sehr früh gespürt dass bei mir irgendetwas anders ist. Aber benennen konnte ich es nicht! Und genau das hat mich in der ganzen Kindheit beschäftigt. Dieses anders sein, etwas zu fühlen was anders ist. Dieses Gefühl begleitete mich bis in die Pubertät.

Während andere Jungs sich gegenseitig mit selbstgebastelten Holzschwerter gegenseitig verprügelt haben, habe ich mit anderen Mädchen Gummitwist oder Vater, Mutter, Kind gespielt. Schon der Kindergarten war für mich ein Graus. Mein Elternhaus konnte mir eine behütete Kindheit schenken. Allerdings kann ich rückblickend heute sagen, dass sie mich in vielerlei Hinsicht gar nicht verstanden haben oder vielleicht auch ein wenig die Augen davor verschlossen haben. Es war für mich schon in der Kindheit ein Kraftakt mit den Jungen standzuhalten. Jungen und Mädchen sind naturgemäß unterschiedlich. Und wenn ich mich selber heute vom kindlichen Wesen damals beurteilen sollte, ist mir eigentlich klar dass ich eher das Wesen von einem Mädchen hatte. Mit Barbie Puppen habe ich auch gerne gespielt und wurde auch dafür von meinem Bruder und Eltern belächelt. Im Prinzip kann man schon eher sagen das ich ausgelacht wurde. Das ist natürlich für ein Kind die Höchststrafe. Aber eins nach dem anderen. In den ersten Jahren meines Lebens konnte ich natürlich sehr gut mit meinem Bruder spielen und auch mit Freunden. Finanziellen waren wir gut versorgt und zu vielen anderen Familien ging es uns zu dieser Zeit nicht schlecht. Doch das Finanzielle ist nicht alles! So manches Mal hing der Haussegen bei uns schief. Und das war nicht durch uns Kinder verursacht. Irgendetwas war mit meinen Eltern, aber ich war zu klein um es zu verstehen. Mein Bruder bekam davon viel mehr mit. Schließlich war er drei Jahre älter und kann sich auch heute noch an vielmehr erinnern als ich. Wenn ich abends vor dem Schlafengehen noch bei meinem Bruder unter die Bettdecke kletterte, hat er mir manchmal erzählt wie sehr unsere Eltern sich gestritten hatten. Aber kapieren konnte ich das alles nicht. Es stellte sich heraus, dass mein Vater das ein oder andere Bier gerne mal zu viel trank. Zudem Name er dabei Barbiturate, wie zB.Schlafmittel ein. Das ist natürlich kein gutes Kombi, aber verlieh ihm ein Gefühl bei dem mein Vater sich wohl fühlte. Warum er das machte war weder mir noch meinen Bruder klar. Das haben wir erst etwas später begriffen. Ich will jetzt nicht ausschließlich meiner Mutter die Schuld dafür geben dass mein Vater dies machte. Das wäre auch glaube ich zu einfach! Aber meine Mutter war auch keine einfache Person. Ganz bestimmt nicht! Meine Mutter war eine sehr strenge Person, die gerne mal Werte an anderen legt die sie selber nicht einhalten konnte. Sie konnte eine echte Gouvernante sein und war leicht jähzornig. Das bekam wir Kinder auch oftmals zu spüren. Ja, ich kann sagen dass wir als Kinder mehr Angst vor unsere Mutter hatten als vor unserem Vater. Mein Vater war das krasse Gegenteil! Er war sanftmütig, lustig und tollpatschig. Aber so lieb er auch war umso chaotischer konnte er sein. Eigentlich waren meine Eltern kein gutes Kombi. Meine Mutter hatte auch mal gesagt, dass sie meinen Vater nur deshalb geheiratet hat, weil er kein Proletaria war sondern selbständig. Das ist ehrlich gesagt schon harter Stoff!

Aber ich wollte ja eigentlich von der Kindergartenzeit erzählen. Was fällt mir gerade dazu ein? Mir fällt ein, als ich in den Kindergarten kam meine Schuhe noch nicht binden konnte. Meine Mutter ließ mich einfach mit offenen Schuhen gehen. Ich habe die Schleife nicht begriffen und sie war davon so genervt, dass sie mich mit offenen los schickte. Sie hat mir auch gerne in diesem Moment gezeigt wie dumm ich sei. Wir mussten im Kindergarten damals die Schuhe ausziehen. Ich glaube das ist in vielen Kindergärten noch heute so. Eigentlich nichts besonderes, aber wenn man die Schuhe nicht binden konnte wie ich damals, war das wieder ein Problem. Ich hatte ja sowieso schon meine Probleme mit den Jungens Schritt zu halten und es hat auch nicht lange gedauert dass sie über mich gelacht haben. Ja zu dieser Zeit gab es noch keine Schuhe mit Klettverschluss und da konnte der Schnürsenkel schon mal zum Problem werden. Mit den Mädchen habe ich mich viel besser verstanden und letztlich habe ich auch von einem Mädchen gelernt die Schuhe zu binden. Was meine Mutter nicht hin bekam weil sie viel zu hektisch in vielerlei Hinsicht war, hat ein kleines Mädchen hinbekommen. Mir beizubringen wie man die Schuhe bindet! Letztendlich habe ich mich im Kindergarten mit einigen Mädchen anfreunden können und irgendwann kam die Zeit wo ich auch gerne in den Kindergarten ging. Meine Mutter konnte gar nicht verstehen woher der Sinneswandel kam. Ich kann mich auch nicht dran erinnern dass sie es mal hinterfragt hatte. Mir war es zu dieser Zeit natürlich egal mit Mädchen zu spielen. Eigentlich sollte sowas ganz normal sein. Allerdings war es zu meiner Zeit auch so, dass Jungen mehr unter Jungs waren und Mädchen mehr unter Mädchen. Es gab auch Schulen wo das Geschlecht oder die Konfession getrennt war. Wenn es auffiel dass man zu viel mit Mädchen spielte, wurde dies gerne von anderen Jungs belustigend angesehen und man wurde dann auch gerne mal verprügelt. Das war natürlich extrem schwierig für mich, auf der einen Seite mit den Jungs nicht Schritt halten zu können und auf der anderen Seite verprügelt zu werden nur weil ich mit Mädchen spielte.

Der Sommerurlaub

Gefreut habe ich mich immer auf den Sommerurlaub. Meine ersten zwölf Lebensjahre habe ich den Urlaub in Österreich, im Stubaital verbracht. Es war ein kleiner Ort namens Telfes. Wir haben den Urlaub auf einen Bauernhof verbracht. Ganze vier Wochen sind wir jedes Jahr im Sommer dort gewesen. Mein Vater machte nur einmal im Jahr Urlaub und das aber dann die vier Wochen. Man kann sagen dass es ein Paradies für Kinder war. Auf dem Bauernhof gab es natürlich viel für uns zu sehen und da wir jedes Jahr da waren, gehörte die Familie Pittl quasi zur Familie. Ich habe heute noch den Geruch des Gewölbes von diesem Bauernhof in der Nase. Es war ein ganz spezieller und besonderer Geruch. Nicht unangenehm! Ich empfinde diesen Geruch als angenehm. Fließend Wasser gab es damals noch nicht auf den Zimmern. Ich kann mich noch daran erinnern dass eine große Tonschale als Waschbecken auf einer Anrichte stand. Daneben stand eine wassergefüllte Karaffe. Diese war aber nicht mit warmem Wasser, sondern mit eiskalten Wasser aus dem Brunnen vor dem Hof befüllt worden. Das Waschen mit eiskalten Wasser war eine Herausforderung und zugleich hat es aber auch Spaß gemacht. So klein ich auch war wir sind jeden Tag gewandert. In der Zeit wo ich noch nicht laufen konnte, haben mich meine Eltern mit dem Kinderwagen den Berg hinauf geschoben. Aber da war ich noch so klein dass ich dies nur aus Erzählungen her kenne. An die Zeit in der ich bereits laufen konnte kann ich mich sehr gut erinnern. Es war wie ein Abenteuer unsere Wanderungen. Was waren es für beeindruckende Landschaften die heute teilweise durch den Skitourismus zerstört worden sind. Die Natur musste weichen für Skilifte. Aber das ist ein anderes Kapitel! Diese vier Wochen waren einfach herrlich für mich, weil ich fernab von den Sorgen die ich in dem Kindergarten und später in der Schule hatte. Es war bis auf Weihnachten und Geburtstag die schönste Zeit im Jahr. Jeden Tag sind wir essen gegangen im Urlaub. Ich wollte aber gar nicht immer mitgehen, weil ich mich damals in feinen Restaurants nicht wohl gefühlt habe. Wenn ich nicht mit ging, durfte ich bei Familie Pittl mitessen.

Es war einfach herrlich wenn man aus dem Fenster schaute und auf die Kirche von Telfes schaute mit der umgebenden Bergwelt. Ich fühlte mich dort sehr geborgen, es war mein sicherer Ort.

Es war ein tolles Erlebnis auf den Berghütten. Man konnte dort so schön spielen und neues entdecken. Schließlich war ich mit der Natur verbunden. Ein Gefühl was mir im späteren Alter verloren gegangen ist. Viele schöne Dinge habe ich im Alter verloren weil ich viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt war. Aber dazu komme ich später! Ab und zu sind wir mit der Bahn von Telfes hinab gefahren nach Innsbruck. Die Bahnfahrt war ein tolles Erlebnis! Sie schlängelt sich durch die Berge hindurch, hinunter bis nach Innsbruck hinein. Eine tolle Bahnfahrt mit wunderschönen Ausblicken für Jung und Alt. Innsbruck selbst war in meiner Kindheit nicht so interessant. Das liegt wohl daran dass Städtetouren im allgemeinen für Kinder eher langweilig sind. Allerdings ist mir noch in Erinnerung geblieben das goldene Dach in Innsbruck. Das hatte mich damals fasziniert. Ein goldenes Dach wer hatte das schon! Allerdings kann ich mich an die Geschichte die dahinter steckt nicht mehr erinnern. Meist haben wir solche Ausflüge gemacht, wenn wir uns von unseren Wandertouren erholen mussten. Manchmal sind wir auch über die Brennerautobahn zum Brenner gefahren. Der Brenner war ein Paradies für mich! Was war der Brenner? Genau dort war der Grenzübergang zu Italien. Und es gab dort einen großen Markt. Zumindestens habe ich diesen als Kind groß empfunden. Dort hatten wir Schuhe eingekauft, vor allem Wanderstiefel. Wir Kinder sind ja jedes Jahr im Prinzip aus den schon gewachsen und brauchten neue. Italienische Schuhe standen damals hoch im Kurs, da sie eine gute Qualität hatten und zudem einen moderaten Preis. Aber das war nicht das spannende für mich. Das spannende waren die vielen Spielsachen die man dort kaufen konnte. Und ich durfte mir immer dort etwas kaufen. Von meinen Großeltern bekam ich auch immer etwas Urlaubsgeld in die Hand gedrückt. Das wurde nur allzu gerne in Spielsachen angelegt. Im Gegensatz zu meinem Bruder war ich extrem verspielt. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern wenn wir nach Sterzing gefahren sind. Dort hatten wir in einer Eisdiele Eis gegessen. Und genau von dieser Eisdiele aus konnte ich eine Plüschkuh vor einem Geschäft stehend entdecken. Diese war so groß für mich, nein sie war wirklich groß und ich wollte sie unbedingt haben. Ein Jahr später sind wir wieder nach Sterzing gefahren zum Eisessen. Und man glaubt es kaum die riesige Kuh stand immer noch dort. Ich glaube das hat an der Größe gelegen dass diese immer noch nicht verkauft war. Ich wollte sie so gern haben und war meine Eltern am gängeln. Meine Eltern waren tatsächlich am überlegen mir diese Kuh zu kaufen. Mein Vater hatte damals einen 2002er BMW gehabt und die Kuh passte letztendlich nicht ins Auto. Zumindest wenn wir wieder mit vollem Gepäck die Heimreise angetreten hätten. Also wurde daraus nichts. Aber steifftiere waren meine Leidenschaft. Ich hatte ganz viele davon aber natürlich nicht in der Größe. Ein besonderes Erlebnis war, wenn wir mit dem Bauern aufs Feld gingen. Dann hieß es hinauf auf den Traktor und wir sind zum Feld gefahren. Traktor fahren hat seinen ganz besonderen Charme. Wir haben beim Heu machen geholfen. Es war zwar anstrengend aber es hat auch Spaß gemacht. Auf der Rückfahrt durften wir oben auf dem Heuwagen sitzen, der gefüllt mit Heu war. Damit wurde die Scheune befüllt und das Essen für die Kühe gesichert. Auch diesen Geruch der Scheune mit dem duftenden Heu habe ich heute noch in der Nase. Es ist ein Geruch der mehr Geborgenheit gibt. Nach 12 Jahren Stubaital meinten meine Eltern im Sommer mal was anderes zu sehen zu wollen. Und so machten wir zwei Jahre Urlaub in Westendorf bei Familie Leitner. Und danach habe ich die letzten Urlaube mit meinen Eltern und meinen Bruder an der Ostsee verbracht. Bis ich dann schließlich das Alter erreicht habe und zudem mit 20 Jahren zu Hause auszog und mich aufmachte von meiner Geburtsstadt nach Düsseldorf.

2 thoughts on “Kindheit einer Transfrau

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14. Juli 2021

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